Aramäer und ihr Glauben

Die Aramäer, die es heute noch gibt stammen von den antiken Aramäern ab. Viele von ihnen gehören heute zum Christentum. Sie sprechen die Sprache Aramäeisch. Diese aramäeischen Sprachen gehören zu einer Unterkategorie der semitischen Sprachen, welche aus dem aforasiatischen Raum stammen.

Zu dem Stamm dieser Sprachen gehören zum Beispiel Syrisch oder Jüdisch-Palästinisch. In den meisten Kirchen wird allerdings Syrisch gesprochen, deshalb nennt man sie auch syrische Christen.

Syrien liegt zwischen der Türkei und Jordanien

Syrien liegt zwischen der Türkei und Jordanien

Die mesiten Aramäer sind in den verschiedenen Ostkirchen

Die meistens Aramäer leben heutzutage im Nahen Osten, als auch in der Diaspora vor allem in den USA und auch in Europa.

Die meistens gehören heute den verschiedenen Ostkirchen an. Dazu gehören zum Beispiel, alte Kirche des Ostens, die Syrisch-Orthodoxe Kirche und die Chaldäisch-Katholische Kirche.
Die heute lebenden aramäischen Christen leben vermehrt im Irak, Syrien, im Libanon und in der Türkei, wobei die Situation in der Türkei durch den Völkermord an den Aramäern sehr schwierig ist. Außerdem leben auch welche in der westlichen Diaspora und dort vor allem in Deutschland und Schweden.

Was bedeutet Aramäer?

Der Name “Aramäer” hat seinen Ursprung zu Zeiten des 23. Jahrhunderts vor Christus. Die Bezeichnung leitet sich aus dem Namen “Aram” ab, der zu dieser Zeit als Ortsbeschreibung diente.

Wie viele aramäische Christen gibt es?

Alleine die syrisch-orthodoxe Kirche zählt rund 6 Millionen Mitglieder. In Deutschland leben (auf die Einwohnerzahl gerechnet) die meisten Aramäer in der Nähe von Rheda-Wiedenbrück. Dort leben im Umkreis etwa 15000 Aramäer.

Gerade als Folge zur Zeiten des Bürgerkriegs in Syrien flohen viele Aramäer in die westlichen Länder um hier ihre Ruhe und ihren Frieden zu finden, da sie in manchen Gebieten sogar besonders verfolgt wurden, hat es die Christen dort besonders hart getroffen und haben ihre Lebensgrundlage verloren. Es gibt nur sehr wenige Organisationen, die gerade die Interessen der Aramäern in Krisengebieten wie diesen vertreten und sich dort für sie einsetzen.

Der Völkermord an den Aramäern

Als der Völkermord an den Aramäern wird ein Genozid bezeichnet, der sich zwischen 1915 und 1917 zugetragen hat. Damals hat eine als Jungtürken bezeichnete Völkergruppe Personen verfolgt und getötet, die einen anderen Glauben oder eine andere Ideologie haben sollten.

Hintergründe zum Völkermord

Die Verfolgungen der Aramäer begannen 1915 im Osten des damaligen osmanischen Reichs (umfasste Kurdistan, Mesopotamien und Aserbaidschan). Nachdem die Türken und Kurden mit ihren Versuchen gescheitert waren, Kaukasien und Nordpersien zu erobern und die Russen zurückzudrängen, wurden Gerüchte darüber verbreitet, dass die Russen von Griechen, Armeniern und den Aramäern unterstützt wurden. Diese Volksgruppen, die als Nestorianer einer christlichen Glaubensrichtung angehörten wurden daraufhin das Ziel von Hetzkampanien und Anschlägen. Allein 1915 wurden 47.000 Menschen getötet. Die Zahl der getöteten Opfer 1918 soll sogar zwischen 50.000 und 100.000 liegen.

Aber die Jungtürken verfolgten nicht nur aktiv den Völkermord, sondern sollen auch beispielsweise für Nahrungsengpässe durch das Beschlagnahmen und Vernichten von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Flächen gesorgt haben. Damit lösten sie eine Hungernot unter den Nestorianern aus, um die vermeintlichen Unterstützer der Russen für ihre Illoyalität zu bestrafen. Man geht davon aus, dass von den 2 Millionen getöteten Christen ca. 500.000 bis 750.000 Aramäer waren.

Folgen

Im Laufe des Völkermordes blieb den Aramäern keine andere Wahl als aus ihrer Heimat zu fliehen, um dem Tod zu entgehen. Dabei fanden einige von ihnen Hilfe bei US-amerikanischen Missionaren, welche sie aus Mesopotamien herausbrachten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde 1923 der Lausanner Vertrag abgeschlossen, welcher den Aramäern sogenannte Kollektivrechte zugestehen sollte und ihnen einen Wohnsitz in einigen kleinen Lagern zusicherte, welche vom Völkerbund, dem Vorgänger der heutigen UNO überwacht wurde. Allerdings sind bis heute noch nicht alle Bedingungen des Lausanner Vertrages erfüllt, weil sich die Kurden und Türken immer noch weigern, Griechen, Juden und Aramäern die gleichen Rechte zuzuteilen.

Heutige Lage

Aus den Aramäern haben sich heutzutage die Suryoye, die syrische Christen, gebildet. In ihrer ehemaligen Heimat dürfen die Suryoye nicht mehr leben, dafür haben sie sich nach dem Völkermord aber neue Siedlungen in Europa und in Übersee aufgebaut. Trotzdem haben sie ihre Herkunft nicht vergessen und gehen auch offen mit ihrer Geschichte um. Vonseiten der Türken und der Kurden wird dagegen eine Leugnungspolitik betrieben und bis heute hat es weder ein Eingestehen noch eine umfassende Entschuldigung wegen dem Völkermord an den Aramäern und den Nestorianern gegeben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *