Die Gesellschaft der Nomaden

Nomaden werden Völker oder Bevölkerungsgruppen ohne festen Wohnsitz genannt. Sie leben dabei in einem Rhythmus, der sich eng an der Natur und deren saisonalen Schwankungen orientiert. Typisch für Nomaden ist die Konzentration auf die Weidewirtschaft und die damit verbundenen Wanderungen, um genügend Futter für die Tiere zu finden.

Nomaden sind vorwiegend in Steppen und Wüsten aufzufinden

Nomaden sind vorwiegend in Steppen und Wüsten aufzufinden

Trotz der umherziehenden Lebensweise durchqueren Nomaden meist ein fest abgegrenztes Gebiet, um Streit mit anderen Völkern zu vermeiden. Leicht transportable Zelte, welche von Lasttieren getragen werden, dienen als Wohnung. Weitere Tiere für die nomadische Weidewirtschaft sind unter anderem Schafe, Ziegen, Rinder, Yaks, Kamele und seltener Pferde. Das Verbreitungsgebiet der Nomaden erstreckt sich über die trockenen Gebiete der Halbwüsten, Steppen und Savannen Nordafrikas, Vorder- und Zentralasiens sowie Osteuropas. Im Unterschied zu den Vollnomaden betreiben Halbnomaden Ackerbau und lediglich ein Teil der Familie begibt sich auf die Wanderung.

Nomadische Gesellschaften

Zur besseren Übersicht sind im Folgenden einige nomadische Gesellschaften nach Kontinent aufgelistet.

  • Afrika: Afar, Beduinen, Massai, Tuareg
  • Amerika: Innu, Haush, Kawesqar, Yámana
  • Asien: Changpa, Kuchis, Luren, Mongolen
  • Europa: Samen, Pavee, Mercheros, Jenische
  • Australien: Aborigines
  • Arktis: Inuit, Nenzen

Auch wenn sich die einzelnen nomadischen Gesellschaftlich auf den ersten Blick nicht sehr zu unterscheiden scheinen, so können doch drei große Gruppen genannt werden. So lassen sich Nomaden nach der Form der Behausung, der Art der Wanderung und den jeweiligen Herdentieren einteilen. Auch hier dient eine kurze Liste der Kriterien dem besseren Verständnis:

  • Art der Wanderung: Unterscheidung zwischen zurückgelegter Entfernung, Wanderung in der Ebene oder im Gebirge usw.
  • Form der Behausung: Beschaffenheit aus Ziegenhaar (Schwarzzelt-Nomaden) oder Filz und Holz (Jurten-Nomaden). Auch Eis als Baustoff sollte hier erwähnt werden.
  • Art der Herdentiere: Je nach wirtschaftlicher Bedeutung oder spirituellem Wert

Beim Nomadismus handelt es sich um eine sehr alte Lebens- und Wirtschaftsweise. So zogen zwischen 1400 und 1200 v. Chr. beispielsweise aramäische Nomadenstämme in das Gebiet des heutigen Israels und nutzten das Land als Ziegen- und Schafzüchter. Auch sie waren an die saisonalen Veränderungen der Natur gebunden und wanderten zwischen den Winterweiden in der Wüste und den Sommerweiden des Kulturlandes.

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